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Landsgemeinde vom 2. April 2019

Erhardt Thomas 28.04.2019

Das Wülflinger Forum (WüF) hat eine Landsgemeinde mit der Wülflinger Bevölkerung und dem Stadtrat von Winterthur organisiert, welche am 2. April 2019 im Saal des reformierten Kirchgemeindehauses stattgefunden hat.
Vom Stadtrat sind alle ausser Frau Barbara Günthard-Maier (Sicherheit & Umwelt, entschuldigt) erschienen, also

  • Christa Meier (Bau)
  • Stefan Fritschi (Technische Betriebe)
  • Yvonne Beutler (Finanzen)
  • Mike Künzle (Kulturelles & Dienste, Stadtpräsident)
  • Nicolas Galladé (Soziales)
  • Jürg Altwegg (Schule & Sport)

Ablauf der Veranstaltung
Teil 1: Fragen vom Wülflinger Forum und aus der Bevölkerung, die schriftlich eingegangen sind
Teil 2: Fragen von Anwesenden, die der Stadtrat spontan beantwortet hat
Teil 3: Apéro, offeriert vom Wülflinger Forum im Foyer 

Der Abend wurde von Karin Landolt (Journalistin) kompetent und anregend moderiert. 

Einleitung
Thomas Erhardt, Präsident  des Wülflinger Forums (WüF) begrüsst den Stadtrat und leitet den Abend ein: Nach der Landsgemeinde im Jahr 2011 hat ein Mitwirkungsprozess begonnen: Bürgerinnen, Fachleute und Vertreter der Stadt haben gemeinsam die dringendsten Fragen bearbeitet und daraus konkrete Massnahmen abgeleitet. Zusammen mit dem Zeitplan der Umsetzung sind die konkreten Schritte im "Leitbild Zentrum Wülflingen" festgehalten worden. Kurz darauf sind aus finanzieller Not diese Massnahmen bereits wieder abgebrochen worden.
Heute geht es der Stadt deutlich besser - die Rechnung der Stadt von 2018 schliesst mit einem Plus von 37 Millionen ab. Das WüF wünscht sich, dass dieser Prozess wieder aufgenommen wird.

Im Legislaturprogramm des Stadtrates (publiziert am 26. 09. 2018) wurden Ziele formuliert (Auszug):

  • stadtverträgliche Mobilität
  • sozialer Zusammenhalt
  • Urbanität & Lebensqualität: Winterthur ist ein lebendiger Stadtraum mit starken Quartierzentren und attraktiven Grün- und Freiräumen

Die neuen Fragen von 2019 sind weitgehend die alten, welche nicht weiterbearbeitet worden sind. Somit wünschen wir uns eine Wiederaufnahme des Dialoges mit der Stadt: miteinander reden auf Augenhöhe, Mitsprache und die konkrete Umsetzung der vorgestellten Ziele, und - ganz wichtig: Information und Einbezug der Bevölkerung, bevor der Stadtrat bereits entschieden hat.

Die Fragen im Überblick

  1. Soziale Belastung (Felix Landolt, WüF)
  2. Verkehrsbelastung auf der Wülflingerstrasse (Ursula Bohner)
  3. Knoten Schloss (Erika Schindler)
  4. Verkehrsachse Weiacherstrasse - Wülflingerstrasse – Knoten Härti (Ruedi Diener)
  5. Blaue Zone im Quartier (Werner Stahel WüF)
  6. Verkehr Niederfeld & Knoten Härti (Silvie Weber)
  7. Wülflinger Park / Öffnung der Wiesen an der Eulach (John Linwood, vertreten durch Erika Schindler)
  8. Frohsinn Überbauung und Umgebung (Werner Stahel WüF)
  9. Naherholungszone Tössufer & Affenschlucht  (Ruedi Diener)
  10. Lindenplatz / öffentlicher Bereich (Werner Stahel WüF)
  11. Projekt Wülflingen: Wiederaufnahme möglich? (Werner Stahel WüF)

Antworten des Stadtrates
Hier sollen die Fragen aufgegriffen werden, welche für uns besonders interessant sind:

  • Verkehrsbelastung auf der Wülflingerstrasse & Knoten Schloss (2 - 3): beide Fragen zielen auf verkehrsberuhigende Massnahmen sowohl im Quartier wie auch auf der Wüflingerstrasse: Christa Meier informiert über Rekurse gegen eine Tempo 30 - Zone; hier entscheidet der Stadtrat noch vor den Sommerferien 2019. Wir sind sehr gespannt darauf, wie die Stadt die Rekurse beurteilt!
  • Verkehrsachse Weiacherstrasse - Wülflingerstrasse – Knoten Härti (4): auch hier gibt es eine Mitsprache der Bevölkerung, über welche wir gerne informiert werden.
  • Verkehr Niederfeld & Knoten Härti (6): der zusätzliche Verkehr von der Industriezone Niederfeld sollte über die Schlosstalstrasse bzw. über die Wässerwiesen- & Salomon Hirzel Strasse geleitet werden: hier braucht es konkrete Massnahmen und einen Zeitplan: beides fehlte in der Antwort von Christa Meier.
  • Wülflinger Park / Öffnung der Wiesen an der Eulach (7): Stefan Fritschi erklärt, eine Überbauung der Eulach sei nicht möglich, hingegen sollen die Wiesen dem Publikum nach Kündigung der bestehenden Pacht zugänglich gemacht werden. Wir freuen uns auf diesen zusätzlichen Freiraum!
    Im Rahmen der Begegnungszone, welche an der Eulachstrasse geplant ist, gibt es vielleicht noch andere Gestaltungsmöglichkeiten entlang der Eulach, wir bleiben dran!
  • Frohsinn - Überbauung, Platzgestaltung & Kinderspielplatz (8): Yvonne Beutler bleibt eine konkrete Antwort betreffend Gestaltung schuldig; klar ist, dass kein Kinderspielplatz gebaut wird. Auch die Frage betreffend den Raum für die Wülflinger Bevölkerung wird aufgeschoben.
  • Naherholungszone Tössufer & Affenschlucht (9): einiges ist bereits verbessert worden, die Zusatzfrage betreffend Sitzbänke am Tössufer kann spontan nicht beantwortet werden.
  • Lindenplatz & Wiederaufnahme des "Projekt Wülflingen" (10-11): Christa Meier erklärt, dass die Gestaltung des Lindenplatzes 2020 in Angriff genommen wird: alle Fragen rund um den zentralen Platz müssen unter Berücksichtigung des Verkehrs (motorisierter und öffentlicher Verkehr und die Veloschnellstrasse) gelöst werden, was eine höchst komplexe Aufgabe darstellt.
    Wir freuen uns darauf, frühzeitig informiert zu werden und werden gerne an diesen Aufgaben mitarbeiten!

Fragen aus dem Publikum
Im zweiten Teil hat der Stadtrat die Fragen einzelner Personen aus dem Publikum beantwortet.
Hier gab es Fragen zu sehr unterschiedlichenThemen:

  • Frohsinn: welche Nutzungen sind vorgesehen
  • Veloständer aus den 60-er Jahren
  • Welche Folgen hat die Sanierung der Stefanini-Liegenschaften für die Bewohnerinnen?
  • Bedeutung des Quartiers Wülflingen für die Stadt
  • Solaranlagen auf Dächern in und ausserhalb der Kernzone
  • Zusätzliche Schulhausbauten in Wülflingen
  • Fussballplätze, die ganzjährig benutzt werden können
  • Fluglärm in Winterthur nimmt wieder zu
  • Burg Wülflingen teuer renoviert, aber kaum bedeutsam
  • Mobile Jugendarbeit für Wülflingen: personelle Aufstockung?

Antworten des Stadtrates
Die Veranstaltung wurde von 120 Bewohnerinnen und Bewohnern interessiert verfolgt. In lockerer Atmosphäre bemühte sich der Stadtrat um möglichst wohlwollende Antworten. Leider waren die Antworten selten so konkret, wie wir uns das gewünscht hätten.
Wie der Stadtpräsident sich am Anfang erinnert, war die Landsgemeinde 2011 die schlimmste, welche der Stadtrat erleben musste. 2019 scheint die Atmosphäre wesentlich besser zu sein. Dies ist ganz sicher auch das Verdienst von Karin Landolt, die geschickt die Fragen und Antworten ergänzt hat und so wesentlich zu einer konstruktiven Stimmung begetragen hat. 

Apéro
Anschliessend hat man sich beim gemeinsamen Apéro noch in kleinen Gruppen weiter unterhalten und etliche Themen vertiefen können.

Dank
Das Wülflinger Forum bedankt sich ganz herzlich bei den Sponsoren:

  • Reformierte Kirchgemeinde und ganz speziell beim Sigrist Matthias Heider
  • Ortsverein für die grosszügige Spende
  • Bäckerei Lyner 
  • Weinhandlung Krug
  • Cécile Krättli und ihrem Team für die Ausrichtung des Apéros
  • Wulfilo für die Möglichkeit, unseren Anliegen Gehör zu verschaffen

Schlussbetrachtung
Insgesamt kann man wohl sagen, dass die Stadt bemüht ist, das "Projekt Wülflingen" in ihre Entscheide einzubeziehen, allerdings ergänzt durch Themen, die zwischenzeitlich dazugekommen sind. Es wird sich zeigen, ob auf die dringendsten Fragen auch wirklich befriedigende Massnahmen folgen werden.
Das Wülflinger Forum wird die Entwicklung genau beobachten und sich auch weiterhin dafür einsetzen, dass unsere Anliegen in der Stadt berücksichtigt werden. Das bedeutet auch, dass wir gerne bereit sind, an unserer Zukunft mitzuarbeiten.

Thomas Erhardt
Präsident Wülflinger Forum
29. April 2019

 

Für alle die es noch ausführlicher wollen, steht hier die Tonaufnahme der gesamten Landsgemeide 2019 zum nachhören bereit

oder alles noch als Video unter Landsgemeinde 2019 WüF